FAQs

Häufig gestellte Fragen

  • Wer steckt hinter dem Projekt FAITH?

    Wir sind eine konfessionell und politisch unabhängige non- profit- orientierte kleine Gruppe von Fach-Menschen, die sich angesichts der Herausforderungen der sog. „Flüchtlingskrise“ seit 2016 zusammengefunden hat.

  • Worauf beruht die Erste-Hilfe-Leistung?

    Es ist eine Schulung für Ersthelfer, analog dem Erste-Hilfe-Kurs, den man zum Erwerb des Führerscheins absolvieren muss, und mit deren Hilfe geschulte Laien lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen können, bis ärztliche Hilfe eingetroffen ist.


    Die Trauma-Erste -Hilfe besteht in

    • Aufklärung für die Betroffenen, denn ein Trauma löst bei den Betroffenen tiefe Verwirrung aus, die Menschen kennen sich selbst nicht mehr, und ihre realistische Wahrnehmung der Umgebung ist beeinträchtigt. Aufklärung trägt dazu bei, dass die Menschen ihre befremdlichen Zustände besser einordnen können.
    • kleinen einfachen psychosomatischen Interventionen. Wie wir wissen, reicht die Wirkung eines traumatischen Geschehens bis tief hinein in die körperliche Regulierung, vor allem des Nervensystems. Kleine neurophysiologisch wirksame Übungen sollen dem Organismus helfen, aus einem Zustand der Erstarrung und Unwirklichkeit schneller wieder aufzutauchen in eine normale Selbstregulierung und Wahrnehmungsfähigkeit.
  • Warum haben Sie einen psychosomatischen Ansatz gewählt?

    Körperliche Hilfestellungen sind direkt auf die körperliche Ursache der vielfältigen Befindlichkeitsstörungen nach einem Trauma ausgerichtet. Außerdem vermeidet ein körperlicher Zugang das Versinken in die Erinnerung von traumatischen Erlebnissen, die eine Domäne von evtl. spätere psychotherapeutischer Behandlung sein sollen.

  • Was ist das Besondere an dieser Methode?
    • Die große Einfachheit, die eine Anwendung auch in einfachsten Verhältnissen, z.B. Flüchtlingslagern, erlaubt.
    • Die Durchführbarkeit durch geschulte Laien
    • Die weitgehende  Vermeidung von Triggern, die die Betroffenen wieder in einen erneuten Zustand von Horror und Terror versetzen könnten, so als wäre das Trauma immer noch aktuell.
    • „Was dem Traumatisierten hilft, hilft auch dem Helfer“- Vermeidung von Burn-out bei den Helfern.

    Die Methode beruht auf 

    • Aufklärung, 
    • Üben von einfachen neurophysiologisch wirksamen Körperübungen.
  • An wen richtet sich unser Projekt?
    • Es richtet sich an Helfer, die mit traumatisierten Menschen arbeiten, und vermittelt grundlegende praktische Traumakompetenz. Seit 2016 haben wir erfolgreich muttersprachliche Traumahelfer ausgebildet, die  seitdem ihren geflüchteten Landsleuten in ihrer eigenen Sprache beistehen. Du kannst  das Heftchen  auf dieser web-site in vielen verschiedenen anderen Sprachen downloaden. Ein Trainings-Begleitheft für Multiplikatoren ist in Arbeit.
    • Das Projekt ist unserer Erfahrung nach z.B. auch als Schulprojekt gut geeignet, denn grundlegendes Traumawissen sollte zur Allgemeinbildung gehören.
    • Das Projekt richtet sich insbesondere an Institutionen und Staaten, die mit der Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten weltweit betraut sind. Es vertritt Standards der Unterbringung von traumatisierten Menschen, die möglichst überal in Flüchtlingslagern und Unterkünften berücksichtigt werden  sollen. Es ist unser Ziel, daß Bewußtsein dafür zu schärfen, daß geflüchteten Menschen nach schweren Traumatisierungen überall auf der Welt Trauma-Ersthilfe zur Verfügung stehen sollte.
  • Wo kann man das Trauma-Erste-Hilfe-Manual bestellen?

    "Ein Kurs in Erster Hilfe für traumatisierte Menschen", AJZ-Verlag Bielefeld, ISBN 978-3-86039-039-9 Preis 3,- Euro

    ajzdruck@t-online.de

  • Was passiert, wenn bei schwer traumatisierten Menschen Trauma-Ersthilfe unterlassen wird?

    Trauma-Ersthilfe ist der Versuch, schwere posttraumatische Belastungsstörungen zu verhüten oder zu mildern, die für den Einzelnen chronisch leidvoll sein können. 

    Aber auch für ganze Gesellschaften sind die Folgeerscheinungen schwerer Traumatisierung eine hohe Belastung. 

    Wir wissen heute, dass schwere Traumatisierung sich transgenerationell fortsetzen kann, wenn sie nicht bewusst gemacht und aufgelöst wird. D.h., dass sogar noch die Nachkommen von Opfern und Tätern gleichermaßen von posttraumatischen Belastungsstörungen betroffen sein können.

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